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Veröffentlicht von Petra

Gestern habe ich mir einen Wunsch erfüllt. Da ich direkt an der Nidda wohne und schon viele Teilstücke abgelaufen bin, wollte ich unbedingt einmal alles erlaufen haben. Bisher fehlte mir noch das Teilstück von der Quelle bis in den Ort Nidda.

Träume soll man nicht nur träumen – sondern einfach in Angriff nehmen, oder? Also habe ich mich am Samstagmorgen in den Zug gesetzt, bin über Friedberg und Gießen nach Hungen gefahren, dort in den Vulknexpressbus gestiegen, der mich auf den Hoherodskopf brachte… Nach fast 2 Stunden Fahrt und den ersten 3 gerannten km stand ich 10:20Uhr endlich an der Quelle der Nidda!

Hier beginnt der Weg der Nidda
Hier beginnt der Weg der Nidda

Hier beginnt der Weg der Nidda

Hier begann mein eigentlicher Lauf. Geplant waren so 40 – 50km… Dann wollte ich eigentlich zu Hause sein.

Zunächst lief ich entlang der Forellenteiche, durch den Wald, bis ich einen wunderschönen Blick auf das obere Niddatal hatte.

Von der Niddaquelle auf dem Hoherodskopf nach Florstadt

Die ersten 10km ging es stetig bergab, was mir sichtlich Spaß machte. Die Niddaroute war sehr gut markiert, immer gut erkennbar an dem roten Dreieck, dessen Spitze die Richtung wies. Verlaufen war quasi unmöglich – jedenfalls zu diesem Zeitpunkt.

Auch durch Schotten war der Weg gut markiert. Schotten ist ein kleiner, hübscher Ort – mitten in der Vulkanlandschaft. Hübsche kleine Restaurants luden zum Verweilen ein – was für mich aber viel zu früh kam…

Weiter ging es und bereits nach wenigen Kilometern stand ich am Niddastausee, der 1970 zum Schutz vor Hochwasser errichtet wurde und heute ein beliebtes Naherholungsgebiet ist.

Von der Niddaquelle auf dem Hoherodskopf nach Florstadt
Von der Niddaquelle auf dem Hoherodskopf nach Florstadt

Ich überquerte den Staudamm. Links neben mir der See, rechts neben mir das Flüsschen Nidda, dass sich weiter seinen Weg in Richtung Main bahnte.

Weiter ging es durch die schönen, kleinen Orte Rainrod und Eichelsdorf. Die Wolken hatten sich verzogen und die Sonne schien. Es wurde sofort nicht nur warm, sondern richtig heiß…

Ich freute mich über jeden Schatten, den die Bäume spendeten. Gerade jetzt kamen aber kaum welche… Ich lief entlang vieler Kornfelder - Roggen, Weizen, Gerste... Dazwischen immer wieder saftige Wiesen in den Niddaauen.

Nach 31km kam ich in Nidda an und bog erstmal von meiner Route in Richtung Innenstadt ab. Das wollte ich mir nicht nehmen lassen, ebenso wie das allkoholfreie Hefeweizen, was ich mir in der Brauereigaststätte gönnte.

Von der Niddaquelle auf dem Hoherodskopf nach Florstadt

In der benachbarten Bäckerei füllte ich meine Getränkevorräte auf, bevor ich mich wieder auf den Weg machte. Der allerdings erwies sich schwieriger als gedacht... So ungefähr die Richtung wusste ich ja, aber nur so ungefähr. Nach etwa 1km Umweg war ich wieder auf der Niddaroute, allerdings viel weiter vorn, als ich eigentlich dachte. Also lief ich einen Teil doppelt.

Am Ortsausgang von Niddatal konnte ich mich  entscheiden, ob ich über Ranstadt oder Bad Salzhausen laufen wollte. Ich entschied mich für Bad Salzhausen, was ich lieber nicht hätte tun sollen. Irgendwie ging es wieder in die Innenstadt zurück...

Ich entschloss mich, lieber umzukehren und die Strecke über Ranstadt zu nehmen. Hier kannte ich mich wieder etwas aus. Mittlerweile hatte ich bereits 33km in den Beinen, bis nach Hause wären es noch 26km. Bei (auch zeitlich) geplanten 40-50km war mir das dann doch etwas zuviel.

So entschloss ich mich, "nur" bis nach Florstadt zu laufen, was etwa 53km bedeutet. Als Ziel legte ich dann auch gleich die Eisdiele in Florstadt fest und verabredete mich telefonischh dort  mit meinem Mann.

Weiter ging es in Richtung Ranstadt. Eine wunderschöne Strecke, immer wieder gesäumt von Informationstafeln des Naturschutzbundes. In der kleinen Straußenwirtschaft Orbes gönnte ich mir noch ein kühles alkoholfreies Bier.

Von Ranstadt aus ging es weiter nach Dauernheim, in dem es mehrere Hundert Felsenkeller gibt, die man zwar besichtigen kann, aber leider nur mit Voranmeldung. Die dort dauerhafte Temperatur um die 12 Grad kämen mir jetzt recht.

Aber leider musste ich bei gefühlten 30Grad weiter, wieder vorbei an vielen Naturschutztafeln, Besichtigungspunkten und an vielen Kornfeldern. Die Ernte war im vollen Gange. Zeitweise musste ich mein Bufftuch als Mundschutz benutzen, weil ich sonst nicht mehr atmen konnte. Mittlerweile fiel es mir schon ganz schön schwer und ich musste doch die ein oder andere Gehpause machen.

In Staden, dem letzten Ort vor Florstadt gibt es einen mineralstoffreichen Sauerbrunnen, aus dem herrlich erfrischendes Trinkwasser fließt, sogar zertifiziert vom Institut Fresenius. So konnte ich mich nochmal für die letzten 5km erfrischen und ein letztes Mal meine Trinkvorräte auffüllen.

Auf den letzten 5km spürte ich eigentlich nur noch die Vorfreude auf das Ziel, das Treffen mit Rainer in der Eisdiele. Vom Eis gibt es leider kein Foto, da die Handykamera nicht mehr so wollte wie ich und sich geweigert hat, Fotos zu machen. Auch unterwegs musste ich sie öfter ausmachen, um Akku zu sparen. Deshalb habe ich auch nur relativ wenige Fotos.

Dieser lange Lauf, den ich ganz ohne Begleitung gemacht habe, war  etwas ganz besonderes für mich. Jetzt bin ich jeden Abschnitt der Nidda gelaufen - von der Quelle bis zur Mündung in den Main. Und vielleicht kann ich mir ja irgendwann meinen Traum erfüllen, dies an einem Tag zu schaffen.

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