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Veröffentlicht von Petra

Vor genau 7 Jahren habe ich diesen Artikel gelesen:

Das war - nachdem ich bereits Täglich Läuferin Ramona kannte, das 2. Mal in meinem Leben, an dem ich mit dem Täglich Laufen in Berührung gekommen bin.

Wieder und wieder habe ich Marcus`Artikel geschrieben. Seine Sichtweise auf da Laufen fand ich interessant und faszinierend. Als bekennende Langsamläuferin war auch für mich die Zeitenhatz bei Marathons nicht das allein glücklich machende Ziel. Im Gegenteil: Mir machte es am meisten Spaß, locker durch die Natur zu laufen, aufzunehmen, was um mich herum Schönes passiert, zu sehen, wie sich die Natur verändert.

Die Begeisterung, die mich aus Marcus` Artikel ansprach, hat mich berührt und ich habe mir die Frage gestellt: Warum laufe ich eigentlich nicht täglich? Und: Würde ich jemals soweit kommen, um Marcus wirklich zu verstehen?

Also beschloß ich einfach: Ab heute läufst du täglich. Nein, ich war nicht so vermessen, mich fortan als Täglich Läuferin zu bezeichnen. Davon war ich gedanklich noch zu weit von dieser Philosophie entfernt. Aber ich hatte den festen Willen, es durchzuhalten - solange wie möglich.

Natrlich gab es gleich Diskussionen: Das kann doch nicht gesund sein - war so ein Argument. Der Körper braucht Erholungstage vom Laufen. Ich ignorierte diese Art Warnungen und erkannte im Laufe der Zeit: Der Körper muß sich nicht vom täglichen Laufen erholen. Das steckt er weg, ja das braucht er für seine normale Funktion, für seine Gesundheit und sein Wohlergehen. Erholungstage braucht der Körper nach Extrembelastungen wie einem Marathon oder Ultra.

So ganz wollte ich darauf nicht verzichten. Aber in mir reifte immer stärker die Erkenntnis: Wenn ich - auch mitunter lange Strecken - in meinem Wohlfühltempo laufe, kann ich das jeden Tag tun.

Wobei ich nicht jeden Tag weite Strecken laufe. Das hängt von vielen Faktoren ab. Vom Wohlfühleffekt hat sich mein Laufpensum auf durchschnittlich 6,5km eingependelt. Als ich mal versucht habe, den Durchschnitt zu erhöhen, ging es mir nicht gut dabei, Weniger will ich aber auch nicht. 6,5km erscheinen nicht viel. Aber über einen so langen Zeitraum sind sie genau richtig für mich.

Privater Lauf auf den Gipfel des Feldberges

Privater Lauf auf den Gipfel des Feldberges

7 Jahre täglich Laufen - das schafft man nur wenn man gesund bleibt. Viele denken, das ist Glücksache. Ja und nein. Ja - ich habe Glück, dass ich von Krankheiten verschont geblieben bin und bin dafür sehr dankbar. Und nein, es ist keine Glücksache, da mir das tägliche Laufen Gesundheit beschert. Draußen laufen, bei JEDEM Wetter, egal ob es regnet, schneit, die Sonne scheint oder was auch immer. Das stärkt das Immunsystem. Ich habe noch nie in meinem Leben so wenige Erkältungen gehabt, wie in den letzten Jahren. Wie war noch mal das Argument? Täglich Laufen kann nicht gesund sein?

Laufen an der Nidda

Laufen an der Nidda

Täglich Laufen ist sehr schön. Es gibt viele schöne Erlebnisse und Begegnungen. Gestern habe ich z.B. Herbert kennengelernt. Wir sind ein Stück zusammengelaufen und haben uns unterhalten. Er wohnt im gleichen Ort und läuft auch viel. Wieso sind wir uns eigentlich noch nicht begegnet?

Aber es gab auch schwere Tage, an denen man sich fragt, ob man vielleicht doch aufhören sollte. Aber diese Frage stellt sich mir schon lange nicht mehr, da Aufhören schon längst keine Option mehr ist. E geht nicht mehr ohne. Ich esse ja auch jeden Tag, ohne darüber zu philosophieren und ich putze mir die Zähne und atme... Täglich Laufen ist das Selbstverständlichste der Welt. Wobei ich wieder bei Marcus Artikel bin. Immer mehr, immer stärker merke ich, wie sich mein Denken verändert und ich glaube nicht nur, sondern ich bin mir sicher, dass ich Marcus heute verstehe.

Begegnung mit einer Schafherde

Begegnung mit einer Schafherde

Einen letzten Aspekt möchte ich noch betrachten: Die Zeit

Das ist auch so ein Argument vieler (Nicht)Sportler. Dafür habe ich keine Zeit. Wirklich nicht? Ich denke, jeder, aber auch jeder kann Zeit finden fürs Laufen oder eine andere sportliche Betätigung. Egal was, Hauptsache Bewegung. Wenn man denn will. Wobei ich bei dem wohl entscheidenden Punkt bin. Wenn man will, geht alles und da findet man auch de erforderliche Zeit. Alles andere sind meist Ausreden.

Ich bin 7 Jahre täglich gelaufen - und das bei einer immens hohen beruflichen Belastung, vielen Dienstreisen, manchmal täglich woanders... Ich habe es trotzdem hinbekommen. Laufschuhe sind fester Bestandteil im Gepäck und laufen kann man überall. Auch nachts oder frühmorgens...

Manchmal gab es auch sehr lustige Lauferlebnisse, wie z.B bei meinen täglichen Läufen im Urlaub auf Costa Rica, als auf dem Steg im Dschungel gelaufen bin, die Krokodile rechts und lins von mir...

Dschungelsteg

Dschungelsteg

7 Jahre - was kommt jetzt?

Es kommt... nichts Neues. Alles beim Alten, Gewohnten. Ich laufe weiter. Täglich, solange es irgend geht. Ich genieße jeden Tag, jeden Lauf und lasse es auf mich zukommen, wie lange es mir noch vergönnt ist, meine Art zu laufen zu praktizieren.

Und deshalb gehe ich jetzt erst mal laufen!

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Täglichläufer 09/20/2015 13:51

Liebe Petra,

auch hier nochmals meinen herzlichen Glückwunsch zu Sieben Jahren Täglichlaufen! Und wieder staune ich nur und traue mich kaum auf mein eigenes halbes Jahr zu blicken. Ich fürchte, ähnliches schrieb ich auch vor einem Jahr schon. ;)

Ja, was kommt nach den sieben Jahren? Nichts Neues. Viel Neues. Alles bleibt beim Alten und nichts bleibt beim Alten. Dein verborgener Weg in die täglichlaufende Zukunft wird jedenfalls noch zahlreiche Überraschungen für Dich bereit halten – angenehme wie unangenehme – doch mögen erstere überwiegen. Bleibe so lange dabei, wie Du selbst willst. Daß Du dieses Geschenk schon so lange praktizieren darfst, ist eine wahre Gnade, deren Wert sich nicht definieren läßt.

Sei stolz auf Dich! Ich bin es.

Alles Gute und liebe Grüße,

Marcus

P.S. Möge die Gesundheit immer mit Dir laufen.