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Veröffentlicht von Petra

Am nächsten Morgen erwachten wir bei schönsten Sonnenschein.

Bei meinem heutigen Morgenlauf erkundete ich alle Nebenstraßen der Stadt Fortuna, die – wie wohl fast überall – steinig und holprig sind und bei denen man höllisch aufpassen muss. Aber mein Lauf wurde heute besonders belohnt: Ich konnte den Vulkan Arenal in voller Schönheit bewundern, keine einzige Wolke trübte den Blick. Als ich im Hotel wieder ankam und den Fotoapparat in der Hand hatte, war es leider schon wieder zu spät. Aber ich habe diesen wunderbaren Anblick in meinem Herzen. Das ist manchmal mehr wert als ein Foto.

Pünktlich um 8 wurden wir am Hotel abgeholt. Von wegen „5 minutes more or less“, wir konnten die Uhr nach dem Bus stellen. Wir fuhren um den Vulkan und den Arenalsee herum. Obwohl das Wetter nicht so berauschend war, boten sich uns immer wieder faszinierende Ausblicke auf den Vulkansee. Noch war die Straße gut, was sich aber bald änderte. Wir bogen ab und legten die letzten 20 oder 30km auf einem holprigen Weg zurück, immer schön bergab und bergauf.

Wie weit es wirklich war, wußten wir nicht. Hier misst man die Streckenlänge nicht nach Kilometern, sondern nach den Stunden, die man braucht. Wenn man also jemand fragt, wie weit es bis nach z.B. Monte Verde ist, bekommt man die Antwort: 4 Stunden. (more or less ) Je nachdem, wo man sich gerade befindet. Nachdem unser Fahrer geschickt das eine oder andere Schlagloch mehr oder weniger erfolgreich umschifft hatte, erreichten wir Santa Elena im Monteverdegebiet. Wir befanden uns mitten in den Bergen und es war merklich kühler. Aber ich will nicht jammern, die Temperatur hat durchaus ausgereicht, um in kurzen Hosen und legeren Shirt rumzulaufen. Nur abends mußte man eine Jacke anziehen. Aber wir waren vorgewarnt und waren auch dafür bestens gerüstet.

Wir checkten in unser Hotel ein – eine richtig tolle Suite, in der wir uns sofort wohlfühlten, aber wegen unserer immer noch ungebrochenen Abenteuerlust nicht so lange genießen konnten.

Pura Vida! Costa Rica, Ein Reisebericht Teil 2

Schnell machten wir uns auf den Weg, um den Ort zu erkunden. Als erstes passierten wir ein Cafe von Don Juan, einem Kaffeeproduzenten. Nachdem wir in den vorangegangenen Tagen nur mega-verdünnten Kaffee serviert bekamen (eigentlich schwer zu verstehen in einem Kaffeeland) hofften wir in einem Cafe eines Kaffeeproduzenten einen richtig guten Kaffee zu bekommen. Wir wurden nicht enttäuscht – es war ein absolutes Geschmackserlebnis, was uns dazu veranlasste, die angebotene Tour über die Kaffeeplantage von Don Juan für den nächsten Tag zu buchen. Dort lernten wir dann auch Don Juan persönlich kennen, einen agilen, alten Mann, der jedem einzelnen! Besucher die Hand schüttelte!

Auf der Kaffeeplantage mit Don Juan
Auf der Kaffeeplantage mit Don Juan

Auf der Kaffeeplantage mit Don Juan

Wir fühlten uns sofort wohl auf der Plantage und wurden während der Führung mit allen Wissenswerten über die Kaffee- und Kakaoproduktion „versorgt“. Wir pflückten selbst einige Bohnen, sahen wie der Kaffee geröstet wird und lernten, wie man einen richtigen Kakao macht und das Schokolade nur ohne Milch seine glücklich-machende Wirkung entfalten kann. Milch neutralisiert nämlich den Gehalt an Serotonin, der diese Wirkung erzielt.

Pura Vida! Costa Rica, Ein Reisebericht Teil 2

Man stelle sich vor: Ein grandioser Urlaub, total relaxt und dann einen „Naturkakao“ trinken… Kann sich jemand vorstellen, wie toll sich das anfühlt? Nach dem Rundgang und diverser Kostproben deckten wir uns mit allem ein, was man zum „Glücklichsein“ benötigt. Und wir werden auch zu Hause den mitgebrachten Kakao NICHT mit Milch trinken!

Aber die Kaffeetour war nicht das einzigste Event in Monteverde. Bereits am Morgen waren wir zu einem geführten Morningwalk in den Nebelwald von Monteverde aufgebrochen. Der Nebelwald liegt – wie der Name schon sagt – fast immer im Nebel und bleibt dadurch auch in der absoluten Trockenzeit immer feucht. Unser Guide erklärte uns, wie sich die Natur darauf eingestellt und angepasst hat. Wir wanderten durch den faszinierenden Wald, über Hängebrücken und lauschten den interessanten Erklärungen.

Besonders haben wir uns gefreut, daß wir den berühmten „Qetzal“ Vogel beobachten konnten. Leider zeigte er mir beim Fotografieren nur sein Hinterteil…

Pura Vida! Costa Rica, Ein Reisebericht Teil 2

Aber auch den costa ricanischen Tucan konnten wir beobachten und viele exotischen Pflanzen bestaunen. Als sich (leider nur für kurze Zeit) der Nebel niederlegte, zeigte der Wald seine mystische Wirkung. Zum Abschluß der Tour besuchten wir noch den Kolibri-Garten. An einigen Tränkestellen tummelten sich die Kolibris und liesen sich sogar bereitwillig fotografieren. Diese kleinen süßen Vögelchen setzten sich sogar – mit etwas Glück – auf die Hände der Touristen, wenn sie damit die Tränke umschlossen. Aber das haben wir lieber nicht ausprobiert. So mutig wie ich beim Canoping war, so wenig mutig bin ich im Umgang mit Vögeln…

Am nächsten Morgen verliesen wir nach einem tollen Frühstück an einer noch tolleren Aussichtsterasse in unserem Hotel Monteverde in Richtung Samara an der pazifischen Küste.

Pura Vida! Costa Rica, Ein Reisebericht Teil 2

Mehr als pünktlich wurden wir abgeholt und wir freuten uns auf den Strand. Der Plan war: keine Touren, nur am Strand liegen und faulenzen und faulenzen und faulenzen….und sonnen und faulenzen….

Als wir ankamen staunten wir erstmal nicht schlecht – wir wurden im schönsten schwäbischen Dialekt im Hotel Belvedere begrüßt…. Da fühlt man sich doch gleich so richtig heimisch! Naja, es war nicht gerade ein Thüringer Dialekt, aber immerhin war es deutsch! Was es gleich viel einfacher machte. Aber auch sonst sind wir mit englisch ganz gut klargekommen, und wenn nötig ging es auch mit ein paar Brocken Spanisch und Händen und Füßen.

Das Hotel erwies sich als kleines Juwel mit einem liebevollgestalten tropischen Garten und einem einladenden Swimming Pool. Hier kann man es aushalten!

Hotel Belvedere in Samara
Hotel Belvedere in Samara
Hotel Belvedere in Samara

Hotel Belvedere in Samara

Während der gesamten Fahrt hatten wir herrlichen Sonnenschein und so hofften wir, nun auch den Strand genießen zu können. Wir suchten uns ein nettes Restaurant und während wir aßen, zogen sich alle Wolken zusammen und es begann zu regnen… und hörte und hörte nicht auf. Aber wir liesen uns durch nichts abhalten, wir wollten die pazifische Küste sehen… Kurzerhand zogen wir uns aus und liefen in Bikini bzw. Badeanzug los, im strömenden Regen und machten einen Strandspaziergang. In den Tropen ist es egal, ob man von oben oder unten nass wird…. Auf dem Weg zurück gingen meine FlipFlops kaputt. Also ging es barfuß weiter im Regen, über Stock und Stein… Als wir zurück waren im Hotel sahen wir unsere Schweitzer Bekannten, die wir in Tortuguero kennengelernt hatten auf der Terasse sitzen. Was haben wir uns gefreut! Da wir nun einmal pitschenass waren, sind wir gleich noch in den badewannenwarmen Pool gesprungen und sind ein paar Bahnen geschwommen. Wir haben uns gefühlt, wie in unserer Kindheit.

Wir verabredeten uns mit Felix und Barbara und versuchten erst einmal uns zu trocknen. Abends fuhren wir zu einer netten Strandbar. Sie war zwar nur 5 Minuten entfernt, aber nochmal wollten wir dann doch nicht nass werden… Bei einem guten Essen und leckeren costaricanischen Drinks tauschten wir die Erlebnisse der letzten Tage aus und verbrachten einen tollen Abend.

Am nächsten Morgen wurden wir für all den Regen entschädigt. Die Sonne schien und verließ uns während unserer gesamten Zeit in Samara nicht mehr

Strand von SamaraStrand von Samara

Strand von Samara

Wir machten einen wunderschönen Strandspaziergang und ich machte meinen täglichen Lauf barfuß im Sand. Hätte ich lieber nicht machen sollen. Auch wenn wir danach den Schatten nicht mehr verlassen haben, so bahnte sich doch ein heftiger Sonnenbrand an… Den nächsten Tag verbrachten wir faulenzenderweise am Pool und taten…nichts. Was haben wir diesen Tag genossen, mitten in all den tropischen Pflanzen! Baden konnte ich allerdings nur mit Shirt, um meine Haut zu schützen. Unvernunft läßt grüßen!

Abends gingen wir dann zum Strand und konnten einen atemberaubenden Sonnenuntergang erleben, wie man ihn nur sehr selten sieht. Nur von einzelnen Wolken bedeckter, klarer Himmel – so verschwand die Sonne langsam im Meer. Andächtig genossen wir dieses Naturschauspiel und wünschten uns, dieser Moment würde nie vergehen.

Stimmungsvoller Sonnenuntergang in Samara

Stimmungsvoller Sonnenuntergang in Samara

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Wie zu erwarten, ging der Wunsch allerdings nicht in Erfüllung. Schon am nächsten Morgen wurden wir wieder abgeholt – wie immer pünktlich auf die Minute. Wir verabschiedeten uns von unseren freundlichen schwäbischen Gastgebern und begaben uns auf den Weg zu unserer nächsten Etappe, nach Manuel Antonio, dem wohl schönsten Nationalpark in Costa Rica. Ein weiteres Mal lernten wir neue Facetten der reizvollen Landschaft und der Natur kennen.

Nachdem wir die Halbinsel Nicoya verlassen hatten, fuhren wir entlang der pazifischen Küste und hatten immer wieder fantastische Ausblicke. Nur wenige Hochhäuser zierten als Touristenhochburgen den Strand. Es ist schön zu sehen, dass in diesem Land das Ursprüngliche erhalten geblieben ist. Es wird unwahrscheinlich viel für den Naturschutz und den bewussten Umgang mit der Natur getan

Dem kann man sich als Tourist nicht verschließen und es gehört einfach dazu, sich umweltgerecht zu verhalten.

Unser Hotel befand sich nur wenige Meter vom Eingang des Nationalparkes enfernt Wie immer hatte unser Reiseveranstalter Erlebe Fernreisen und die Partneragentur Ecole Travel ein schönes Hotel ausgewählt.

Nach einem besonders guten Frühstück – es gab Gallo Pinto (aber nicht nur) besuchten wir den Nationalpark. Diesmal gingen wir ohne Guide – und haben es nicht bereut. Abseits von der touristisch besetzten Eingangszone wanderten wir entlang der abgelegten Pfade und entdeckten auf eigene Faust die vielfältige Tierwelt. Wir sahen Affenfamilien im Geäst spielen, entdeckten ein Faultier und Nasenbären, die unachtsamen Touristen die Sachen klauen wollten – und das, obwohl eigentlich jeder gewarnt war

Kapuzineräffchen zum Grefen nah

Kapuzineräffchen zum Grefen nah

Zwischendurch hatten wir immer wieder phantastische Ausblicke auf den pazifischen Ozean. Mehrere wunderbare Strände luden zum Verweilen auf… Natürlich nutzten wir diese zum Baden.

Nationalpark Manuel Antonio
Nationalpark Manuel Antonio
Nationalpark Manuel Antonio
Nationalpark Manuel Antonio
Nationalpark Manuel Antonio
Nationalpark Manuel Antonio

Nationalpark Manuel Antonio

Auf dem Weg zum Wasser gab es allerdings einen Stein, der meinen Zehen arg im Weg war – und ich traf diesen gleich 2x – auf den Weg ins Meer und auf dem Weg zurück an den Strand…

Die schwüle Hitze, das Baden im Salzwasser, die feuchten Klamotten und der viele Sand liessen uns nach einer Dusche sehnen. Wir beschlossen, ins Hotel zurückzugehen. Allerdings haben wir es selbst auf diesem kleinen Stück geschafft, uns zu verlaufen, was uns allerdings auf den wohl schönsten Pfad des Nationalparkes führte.

Mittlerweile mußte ich immer stärker meiner Zeh Tribut zollen und ich humpelte so vor mich hin. Meinen täglichen Lauf hatte ich auch noch nicht gemacht…. Nach einer erfrischenden Dusche zog ich mir dennoch meine Laufschuhe an und schaffte es auch, 2km zu laufen. Danach lief erstmal gar nichts mehr, ich humpelte mehr schlecht als recht zum Abendessen, welches wir trotzdem genossen…

Wenn man eine Diät macht, ist man in Costa Rica definitiv im falschen Land, das haben wir bereits frühzeitig gelernt. Aber glücklicherweise waren wir beide gerade nicht auf Diät .

Am nächsten Tag wurden wir erst 13:00 Uhr abgeholt. Genügend Zeit, um nach dem Frühstück nochmal den Pool zu geniessen. Etwas wehmütig warteten wir auf das Auto – es war unser letzter Transfer, es ging zurück nach San Jose.

Der Fahrer war eine spanisch sprechende Frohnatur – er unterhielt den Bus 4 Stunden lang. Sorry, ich habe gerade übertrieben – 15 Minuten war Pause, da war Ruhe :) Selbst als wir mitten im Berufsverkehr in San Jose eintrafen (die Bezeichnung chaotisch ist hier stark untertrieben) hatte er noch die Zeit und Nerven, Touristenführer zu spielen. Leider haben wir nichts verstanden... Vielleicht hätte ich doch Spanisch vorher lernen sollen?

Epilog:

Zurück in San Jose. Die Autofahrt durch die Stadt eine mittlere Katastrophe. Es blieb uns schleierhaft, wieso so wenig Unfälle passieren. Trotzdem setzten wir uns nochmal ins Taxi uns fuhren zu einem letzten Abendessen. Zwischen Vorspeise und Hauptgang fiel mir siedend heiß ein, dass wir das Hotelprospekt mit der Adresse vergessen hatten. Und unser Orientierungssinn war eh nicht der Beste, unser Spanisch schon gleich gar nicht. Was tun? Wir fragten ein nettes junges Pärchen am Nachbartisch Beide sprachen gut englisch und hatten ein Laptop dabei. Sie suchten nach dem Hotel und schrieben für den Taxi Fahrer eine exakte Wegbeschreibung in Spanisch plus Telefon Nummer und Name des jungen Mannes. Nur für den Fall, der Taxifahrer würde den Weg doch nicht finden.

Auch das ist Costa Rica. Freundliche und hilfsbereite Menschen. Dieses Land ist eine Reise wert.

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